Kategorie: Geblubber

Ich war auf der Touristik & Caravaning und es war die schönste Messe meines Lebens.

Es ist Mittwoch, der 16.11. und in Sachsen ist Feiertag. Draußen regnet es in Strömen und wir wissen wie immer nichts mit uns anzufangen. Verschiedene Vorschläge werden in den Raum geworfen: Indoor-Minigolf, Museum, Crack rauchen, zu Hause rumhängen – nichts überzeugt uns so richtig. Dann, vielleicht aus Spaß, betritt der Vorschlag Touristik & Caravaning auf der Messe in Leipzig den Raum. Anfangs habe ich das Ganze abgetan. Haha, ja, genau. Ne Touristik-Messe. Was für Menschen gehen denn zu sowas? Touristen und Camper, prost Mahlzeit. Aber ehe man sich versieht, legt man Crack und Minigolfschläger beiseite und sitzt im Auto, bezahlt 6 Euro (!!!) Parkgebühr und betritt die Messehalle in Leipzig.

Die Schlangen verraten bereits, welches Publikum von dieser Messe angezogen wird. Es sind, wenig überraschend: Rentner. Und wir. Keine Rentner. Aber wir scheinen auch die einzigen unter 50 zu sein. Ab und zu Fachbesucher mittleren Alters im Anzug, aber die zählen nicht.

Am Schalter angekommen: Ernüchterung für alle Nicht-Studenten. Während ich locker-lässig fünf Euro zücke und mein Studententicket erhalte, müssen die anderen 11 freaking Euro (!!!!!!!) für ein Tagesticket blechen. Ermäßig kostet der Spaß 9 Euro. [Wenn Studenten allerdings nicht in die Kategorie ermäßigt fallen, weiß ich nicht, wer hier als ermäßigt gilt. Hartz-IV-Empfänger? Dann fände ich es gemein, dass die fast das Doppele zahlen müssen, wie Bafög-verwöhnte Studierende. Renter? Dann wäre die Messe schön blöd, sich bei 99% der Besucher jeweils zwei Euro durch die Lappen gehen zu lassen. Wehrdienstleistende? Die sollen bitte das Doppelte bezahlen. Danke.]

Um diverse Euro leichter betreten wir die Heiligen Hallen der Messe Leipzig. Die Erwartungen sind hoch, denn mein Lieblingsreiseunternehmen begrüßt die Besucher gleich zu Beginn.

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Nach anfänglicher Skepsis schwingt meine Stimmung um, von “Könnte geil werden” in “Könnte richtig richtig geil werden”.

Die erste Halle, die wir betreten: Halle 1. Wir lassen Halle 5 und Halle 3 erst einmal links liegen und schlängeln uns in die Halle, die irgendwas mit “Fahrrad” zu bieten hat. Interessiert uns etwas mehr als der Rest erst mal. Der erste Eindruck: fantastisch. Die US-Wahl hat es bis nach Leipzig-Nord geschafft. Eine Fressbude, classy dekoriert mit klarem Bekenntnis und begeisterten Besuchern:

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Großartig sieht das aus. Und schmeckt hoffentlich allen. (Anmerkung: 100% der Besucher, die ich gesehen habe, waren weiß. Also kann sich auch niemand angegriffen fühlen von dieser Flagge als Statement.)

Für Fahrradbegeisterte hatte die Ausstellung/Messe leider nicht viel zu bieten. Interessierte (Rentner) konnten sich über die neuste Generation E-Bikes informieren; Fans des klassischen (akustischen) Fahrrads würde ich eher einen Besuch im Fahrradfachgeschäft empfehlen.

Weiter also. In Halle 3 wurde es HEISS HEISS HEISS. Die Vizeweltmeisterin im Bauchtanz (!!!), deren Namen ich leider vergessen (!!!!!) habe, legte eine amtliche (!!) Show (!!!!!) hin. Das Publikum (Rentner!!!) hielt es kaum auf den Stühlen. Nach wenigen Minuten (ich glaube, es waren wirklich nicht einmal zwei) war die Show auch schon wieder vorbei. Aber man will dem Publikum vielleicht auch nicht zu viel zumuten. Wenn sie schon beim Bauchtanz halb 12 nen Herzkasper bekommen, buchen sie keine Reisen mehr. Und das ist schlecht fürs Geschäft.

Hot and steamy.
Hot and steamy.

Angehottet von so viel Kunst, Kultur, Exxxotik und SEX SEX SEX, fiel mir wieder ein, warum mein Puls eigentlich auf 180 war: Polster & Pohl, oder wie ich gerne sage: Polster & Cooooool. Und kaum hatten wir uns durch Halle 3 (die Caravanen-Halle) durchgekämpft, [Die Karavane zog weiter.] waren wir auch schon in der Heiligsten aller Hallen angelangt: Halle fümpf. Hier tummelte sich alles, was Rang und Namen hat oder dachte, dass man hier sein musste, wenn man denkt, dass man Rang und Namen hätte. [Präteritum und Konjunktiv tun meine besten Freunde sein.]

Man musste sich nicht lange umsehen, da stach einem schon, in wunderschönster Farbkombination aus Rot und Pissgelb entgegen: Polster & Geil.

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Geil.

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Geil.

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Geil.

Die massive Präsenz des Reiseanbieters auf dieser Messe hatte offensichtlich zweierlei Gründe. Erstens: Polster & Pohl sind einfach cool. Zweitens: Polster & Pohl scheinen vor zwei Jahren volljährig geworden zu sein, feiern somit jetzt ihren 20. Geburtstag und sind somit ein Drittel so alt wie ihre durchschnittlichen Kunden. (Spricht man von Polster & Pohl im Plural oder ist das eine Firma im Singular? Meine Grammatik bitte ich zu entschuldigen.)

Polster & Sexy bieten Busreisen überall dahin an, wo es geil ist: Europa, Asien, Afrika, Amerika. Fuck you, Australien. Niemand mag Australien. Und wer Australien doch mag, der sollte sich mal fragen, warum Polster & Better Than You Australien nicht mag/mögen. Ihr Loser.

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Zur Feier des Tages verschenkte Polster & Mega an alle, die es schafften, sich gesittet in einer Schlange anzustellen, eine fucking Brezel. Ohne Salz aber mit Original Polster & Swag-Sticker (essbar!!!!). Geschmacklich kam man hier voll auf seine Kosten. (Es war super ekelhaft, aber gratis.)

[Nun folgt ein Absatz, für den ich zwei mal Google anwerfen musste, um zu gucken, wie man das schreibt. Allerdings habe ich nicht Google benutzt, sondern startpage.com. Uncool, I know.]
Nachdem ich mich in diversen Katalogen von Polster & YOLO gewälzt hatte, ging es weiter durch Halle 5. Internationales Flair kam auf, als sich diverse Länder der Welt an ihren Ständen präsentierten. Egal, ob Kanada, Taiwan oder Leipzig (repräsentiert durch die wichtigsten Medien der Stadt: LVZ und Stadtschwärmer). Und während mir Harry Freaking Wijnvoord (!!!!!) fast auf die Füße getreten ist, sah ich an einem Stand den Lieblingsschauspieler von ungefähr 3,5 Millionen Menschen: Shah Rukh Khan. Er stand neben einer gesichtslosen Frau und wirkte, wie immer: Shah Ruhk Cool.

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[Wie unglaublich demütigend und frustrierend muss das für diese Frau sein, deren Kopf ausgeschnitten wurde? “Hey Baby, du wirst berühmt. Wir machen ein Fotoshooting mit dir und, wait for it, Shah Rukh Fucking Khan.” “Oh wow, das ist ja toll.” “Ja, wir schneiden dein Gesicht dann allerdings aus, also push deine Titties bitte noch ein bisschen mehr.” “Öh. Okay… geil, mach ich.”]

Nach etwas mehr als einer Stunde waren die Hallen der Messe unsererseits dann auch weitestgehend erkundigt. Eine Frage kam mir während meines Besuchs allerdings immer wieder in den Sinn: Bin ich unnormal, wenn ich mich nicht so über einen Urlaub freue, wie die Menschen auf den Plakaten?

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Happy.

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Happy.

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Happy.

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Clap along if you feel like happiness is the truth.

Alles in allem war der Besuch der Touristik & Caravan & Konföderiertenflaggenmesse ein echtes Highlight in meinem sonst so tristen Leben. Von daher: Leute, geht da raus, guckt euch das an! Senkt den Altersdurchschnitt! Liebt euch in einem Wohnmobil! Nutzt die Chance, noch habt ihr sie! Bis Sonntag, den 20.11.2016, habt ihr die Gelegenheit, es euch mal so richtig geil gutgehen zu lassen. Wer sich das entgehen lässt, ist selbst schuld.

[Für diesen Artikel habe ich keinerlei Geld oder sonstwas bekommen. Ich musste meinen Eintritt selbst bezahlen. Und auf der Messe selbst erhielt ich nur eine Brezel und eine Praline (zum Essen). Allerdings würde ich mich über einen Reisegutschein von Polster & Pohl sehr freuen. Wenn ihr das also lest, geilstes Reiseunternehmen wo gibt, meldet euch.]

Wenn alle gehen, dann bleibst immer noch du.

“I’m sorry
I can’t
Don’t hate me.”

Manche Abschiede fallen schwerer als andere.

Als ich die High School verlassen habe, da dachte ich sehr lange, dass ich nie wieder so gute Freunde finden würde, wie ich sie in dieser Zeit hatte. Doch dann war die High School vorbei, ich zog aus und um und das Leben ging weiter. Und siehe da: Man findet neue Freunde. Bessere als vorher. Menschen, die einen inspirieren. Seelisch, moralisch, ideell, finanziell.

Und so erlebt man dann viele Dinge gemeinsam. Und viel brennt sich ins Gedächtnis. Wie damals, als ich mit Chicken Wings nach meinem Date geworfen habe. Und wir Pot geraucht haben. Oder als ich stundenlang Schleichwerbung für Produkte einer Obstfirma gemacht habe.

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Es waren gute Zeiten. Manchmal, da war es nicht leicht. Vor allem mit mir und den Männern. Aber, und das habe ich in all den Jahren gelernt: Männer sind das letzte. Und ersetzbar. Ich meine… come on.

Es gibt allerdings etwas sehr Wichtiges im Leben, das kann man nicht so leicht ersetzen. Und das ist mir jetzt wieder schmerzlich bewusstgeworden. Ich muss etwas ausholen und eine kleine Geschichte erzählen.

Mister Big und ich sind gemeinsam über einen großen städtischen Friedhof gelaufen. Viele Menschen verbringen hier ihr Leben nach dem Tod in der horizontalen Weite von vielleicht einem Quadratmeter. Solche Friedhöfe erzeugen in mir immer eine ganz spezielle Gefühlsmischung. Einerseits ist da die Angst. Angst vorm Sterben oder Angst, nicht alles geschafft zu haben, was man schaffen wollte. Andererseits ist da auch Respekt. Respekt vor dem Leben der nicht mehr unter uns Weihenden. Respekt vor Leben und Tod an sich. Respekt vor der Zeit. Auch Dankbarkeit mischt sich in meinen Cocktail der Emotionen. Und so sind es dann die Gedanken, die mich begleiten – bis nach Hause zur Tür, wo ich einen verschmitzten Kuss meiner Begleitung bekomme und romantisch gegen meinen Briefkasten gedrückt werde:

Das Leben ist kostbar. Und endlich. Wir müssen viele Abschiede in unserem Leben überstehen. Häufig stehen wir da und müssen mit dem schmerzlichen Verlust eines geliebten Menschen klarkommen. Und vielleicht bekommt man irgendwann Übung in diesen Dingen und es fällt mit der Zeit leichter, Abschied zu nehmen. Möglich ist aber auch, dass die Menschen, die uns wirklich etwas bedeuten, immer weniger werden und es so nur noch schwerer wird, Abschied von den Verbliebenen zu nehmen.

Und irgendwann ist es so weit, dass wir diejenigen sind, die gehen. Und dann ist der Moment gekommen, in dem Menschen um unseren Sarg stehen und ihre letzten Worte über uns verlieren, während wir noch ein wenig zuhören können. Und hier kommt meine größte Angst ins Spiel: Was werden diese letzten Worte über mich sein? “Sie war eine wundervolle Person, aber sie war nie genug.” “Sie hat zu wenig gearbeitet und sie hat sich nie wirklich um ihren Schuhschrank gekümmert.” “Eine mickrige Sammlung an Wertgegenständen.” “Eine Schande für den Kapitalismus.” “Ein Freigeist.” “Mama, ich muss A-A und der Stift malt schon.”

Könnte ich damit leben? Nein. Denn ich wäre ja tot.

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Aber da ich noch nicht tot bin, habe ich es genau jetzt in der Hand. Ich kann immer noch Inbound Marketer werden, mein Geld hart verdienen und es für überteuerte Markenprodukte ausgeben, um meinen Freunden zu imponieren und mich selbst besser zu fühlen. Ich kann den ganzen Tag vor dem Rechner hängen, digitalen Abfall produzieren und selbstverliebt aus meiner überteuerten Butze starren. Und ich kann mich jeden Tag neu erfinden – und immer wieder die Gleiche sein.
Und genau diese Gedanken bringen mich jeden Morgen aus dem Bett und zaubern mir ein Lächeln in mein viel zu schönes Gesicht.

Bei all dem ist es immer wichtig, sich selbst treu zu bleiben. Im Angesicht des Todes gibt es manchmal nicht viel, was uns tröstet. Aber eine Sache, die weiß ich jetzt:

Wenn alle gehen, dann bleibst immer noch du. Mein Schuh.

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Was ist hier eigentlich los

90er Jahre sind wieder Trend: weiße Schuhe, schlechte Diskomusik [Desire von Years & Years], komische Frisuren und Asylbewerberheime anzünden

jeden Tag kann man lesen, was irgendwo in Deutschland abgeht und ich fühle mich mehr als unwohl ein “deutscher Bürger” zu sein

[Das hier hab ich vor fast einem Jahr, am 28. Juli 2015, um 10:15 Uhr geschrieben. Das sollten eigentlich nur Notizen sein, aber irgendwie bekomme ich das nicht zu Ende.]

Reudnitz-Köhlerstraße

Es ist kurz vor halb 3 nachts, ich fahre mit dem Fahrrad von einer Geburtstagsfeier etwas weiter draußen nach Hause Richtung Stadt. Eine Straßenbahnhaltestelle vor der vor meiner Haustür sitzt ein Mann und spielt “Für Elise” auf einer Gitarre. Ich fahre vorbei, werde langsamer, als ich das Lied erkenne und fahre im großen Bogen zurück, um bei ihm stehen zu bleiben. Ich höre dem Lied bis zum Schluss zu und sehe dem Mann aufmerksam beim Spielen zu. Als er fertig ist, sage ich sehr laut Danke und setze mich wieder in Bewegung. Er hält seine Gitarre fest, schaut auf, sieht mich losfahren und im Verbeugen sagt er mit einem kleinen Frosch im Hals: Dankeschön.

Mach dir keine Sorgen.

Auf diesem Foto hier seht ihr die fantastische Bloggerin Annabelle sagt (oder zumindest einen Ausschnitt von ihr, höhö). Die junge Dame hat einen Blog, ist fantastisch und hat heute (Freitag, den 24. Juli) um 15 Uhr ein special Experiment vor, an dem ich ein bisschen mitwirken darf. Wer mehr wissen will, klickt auf ihren Blog. XOXO

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Und das ist dann das Weltweite Netz. Facebook und sonst nix?

Eine unbedingte Leseempfehlung sei für den Artikel “The Web We Have to Save” von Hossein Derakhshan ausgesprochen. Der Mann hat mehrere Jahre wegen seiner Beiträge im Netz im Gefängnis gesessen und ist nun erschüttert, was aus dem Internet geworden ist, für das er im Knast saß.

The iPhone was a little over a year old by then, but smartphones were still mostly used to make phone calls and send short messages, handle emails, and surf the web. There were no real apps, certainly not how we think of them today. There was no Instagram, no SnapChat, no Viber, no WhatsApp.

Instead, there was the web, and on the web, there were blogs: the best place to find alternative thoughts, news and analysis. They were my life.

Lest am besten selbst. Hier.

Spannende aktuelle Ergänzung dazu auch im Artikel von Amy & Pink: Der Klick ist tot. Wie Facebook den Rest des Internets langsam ausbluten lässt.

Eine Stunde und 20 min später ist die Polizei vor Ort.

“Ich bin wirklich nicht ausländerfeindlich … aber diese angeblichen rumänischen Asylanten … da muss man ja Angst haben.”
“Solange es mir nicht besser geht, warum soll es anderen dann besser gehen?”
“Die haben doch gar keine Kultur. Also ich meine der Deutsche, der ist ja bekannt dafür, dass er reinlich ist. Aber die?”
Ausländerfeindliche Krawalle gegen Asylanten in Rostock – Spiegel-TV von August 1992. Irgendwie kommt mir das so bekannt vor.

Siehe auch: “Menschen, die außer ihrem Deutschsein nicht mehr viel haben”:
Hass auf Ausländer in Wolgast – Asyl im Wohngebiet Nord I.

Stasi.

Ein Pappenheimer von der Lügenpresse von den Systemmedien hat ein paar Pappenheimer aus Leipzig Hypezig zum Thema DDR Staatsratsvorsitzende Satire Pegida Stasi interviewt. Anhören kann man sich das Ganze hier. Klickt da mal drauf. Und hört es euch an. Hinweis: Einer der Pappenheimer bin nämlich ich. Haha! PS: >>>Hier<<< könnt ihr auch klicken. Oder hier. Macht nullinger nen Unterschied.

Und all die anderen Kinder.

Pumped up kicks ist jetzt schon ein paar Jahre her und Foster The People haben jetzt was Schlaues zu sagen, finde ich.

And you say that dreamers always get what they desire.
Well I’ve found, that the more I want the less I’ve got.
Is this the life you’ve been waiting for.
Or are you hoping that you’ll be where you want with a little more?
Well ask yourself.

Ja, ok, geht so, ne?

77//

Do not fall in love with people like me
we will take you to
museums and parks
and monuments
and kiss you in every beautiful
place so that you can
never go back to them
without tasting us
like blood in your mouth.
I will destroy you
in the most beautiful way possible.
And when I leave you will
finally understand, why storms
are named after people

x

“let me kiss you hard in the pouring rain”

Was bei meinem PC funktioniert, funktioniert auch bei mir. Wird er langsam oder spinnt rum, fahre ich ihn einfach runter und wieder hoch. Ich selbst lege mich einfach ins Bett und am nächsten Tag ist schon wieder alles besser. RAM ist wieder frei. Nur defragmentieren, das muss man ab und zu eben auch mal machen. Oder Sachen löschen.

Wir haben keine Urnen mehr, die sind alle voll

Ich hab es mit dem Rücken. Und mit der Bandscheibe. Vielleicht auch mit zweien.

Was machst du hier? Solltest du nicht schon längst nach Hause gegangen sein? Kümmer dich doch mal um dich selbst. Und gieß deine Pflänzchen bei dir in der Wohnung. Die vertrocknen dir sonst unterm Hintern weg.

Ich bin wie der Lidl am Neustädter Bahnhof. Leute kommen, nehmen sich, was sie brauchen und gehen schnell wieder. Ab und zu kommt der Transporter und stopft mich mit Kram voll, den andere vielleicht brauchen. Meine Fassade ist mäßig freundlich, macht aber nix, darauf kommt es ja gar nicht an. Hauptsache 24/7 da und verfügbar, wenn man was will.

Unzusammenhängende Absätze als Ganzes wahrnehmen ist ganz normal. Wir kennen es ja nicht anders und wir versuchen immer, Sinn in allem zu sehen. Auch wenn nicht wirklich einer da ist. Aber manchmal projezieren wir auch einfach was rein, was nicht da ist. Das macht uns auf kurze Zeit auch glücklicher. Auf lange Sicht ist es eine Mischung aus Zufall, Glück und falschem Optimismus, die uns durch das Leben geleitet. Gestaltpsychologie für Missverstandene und Missversteher.

Ich habe heute leider kein Foto für euch. Nur gute Laube. Mein Garten ist aufgeräumt wie nix. Denn ich habe keinen Garten.

Njus

Traurig aber wahr: Der Support für Windows XP wird von Microsoft eingestellt.Was machen User jetzt, die sich seit dem 18. Jahrhundert kein neues Betriebssystem gekauft haben? Tatsächlich verwenden jedoch noch über ein Drittel aller User Windows XP. Ein Drittel! Das ist fast die Hälfte!

Ich glaube, dass die Rechner, auf denen XP läuft, sicher nicht in der Lage sind, ein neueres Betriebssystem wie Windows 7 oder 8 zu stemmen. Gut, dass Microsoft handelt und ein Fallback zu Windows 95 anbietet. Was vor fast 20 Jahren gut war, kann heute nicht schlecht sein.

Geschrieben von einem zufriedenen Ubuntu-User. Und WIndows 8-Fan.

Es geht ein komischer Ruck durch Deutschland und die Feuilletons

Ich frage mich derzeit, ob auch mal Autoren oder Autorinnen die Runde machen und in aller Munde sind, die was Schönes oder Inspirierendes zu sagen haben. Ich hab echt die Nase voll von “Ich finde Homos doof, darf ich sagen, ne?” und “Oh Mann, die Deutschen, alle scheiße, alles Tugendterror hier.” Wie wäre es mal wieder mit etwas Positivem, was Schönem, was einem was gibt und über das man sich nicht maßlos aufregen muss. Sarrazin, Mattusek und Lewitscharoff (von der ich zuvor noch nie etwas gehört habe, muss ich leider gestehen), brauche ich wirklich gerade nicht. Weniger “Ohohoho, ich hab was gesagt, mal sehen, wann die Gedankenpolizei kommt”-Kalkül und mehr fundierter Inhalt, das wäre schön. Fundiert bitte nicht mit fundamental verwechseln. Danke.

[PS: Ich möchte niemandem den Mund verbieten oder sonstwas, das wäre ja noch schöner und ein gefundenes Fressen. Stattdessen möchte ich gerne mal wieder Erbauliches, Libertäres, Weltbewegendes lesen. Und nicht mehr nur mimimimimimi, die anderen sind doof.]

when i’m no longer young and beautiful — unterschätzte Ausflugsziele

Leipzig. Manchmal denkt man, man kennt schon alles. Wenn man jedes Jahr mehrere tausend Kilometer mit dem Rad durch “Berg” und Tal fährt, kommt man an so mancher Ecke vorbei. Den Auensee kannte ich schon, meine Begleitung nicht. [Also ich kannte meine Begleitung, die wiederum den Auensee nicht kannte. Also noch nicht gesehen hat. Nur davon gehört.] Es ist ganz toll, am Kanal langzufahren, die Sachsenbrücke links, die “Red-Bull-Arena” rechts und die Stadt hinter sich liegen zu lassen. Irgendwann kommt man am Auensee raus. Die meisten kennen es wohl nur des komischen Hauses nebenan wegen, wir sind aber heute zum Entspannen hier und nicht, um gute Bands in schlechter Atmosphäre zu erleben.

Die Schmalspurbahn dreht ihre Runden und wir dürfen dem lustigen Lied über die Parkeisenbahn lauschen. Das geht gefühlt 3 Stunden und begeistert jung und alt. Als das Lied vorbei ist, hört man nur noch das Schlürfen unserer Latte Matschiados und ursächsischen Släng: “Sollsch jetze noch ä paar Kräppelschn holn oder nä? Isch hole die jetz.”

Folgt man dem Kanal weiter, kommt man irgendwann bis nach Schkeuditz, das kann ich allerdings nur Leuten mit Unplattbar-Reifen empfehlen. Letztes Jahr wollte ich eine Radtour bis nach Halle machen und hatte im Wald zwischen Leipzig und Schkeuditz einen Platten. Hab ich vielleicht geflucht. Aber so macht man mal einen Waldspaziergang. Auch schön.

Auf dem Heimweg haben wir dann nicht die direkte Route nach Hause genommen, sondern einen kleinen Umweg über einen Berg (bestehend aus Erde, Müll und Maiglöckchen) gemacht, von dem man aus Leipzig und Schkeuditz sehen konnte. Ich dachte, der Fockeberg wäre die einzige Erhöhung in naher Fahrradreichweite aber ich wurde eines Besseren belehrt. Und so eine schöne Aussicht. Meine Herren. Absolute Besuchungsempfehlung, besonders wenn das Wetter so schön ist. Impressionen folgen in 3, 2, 1:

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Kontakthypothese nach Allport

Konflikte zwischen Gruppen lassen sich nach Allport (1954) durch verschiedene Herangehensweisen beilegen. Wenn die beiden Gruppen ein gemeinsames Ziel haben, besteht die Möglichkeit, Stereotype über die andere Gruppe zu widerlegen oder zu verringern. Desweiteren ist das erfolgreiche Erfüllen einer Aufgabe durch Interaktion ein Weg zur Beilegung von Konflikten. Auch die Unterstützung durch Autoritäten ist förderlich für die Beziehung der Gruppen und der Mitglieder der jeweiligen Gruppen untereinander. Das Ganze nennt sich Kontakthypothese und ich finde das eine sehr gute Sache.

Da aber heutzutage jeder seins macht und sich nur um seine Gartenzwerge in seinem kleinen abgezäunten Vorgarten kümmert, wird das glaube ich nix mehr mit uns allen. Die anderen sind böse und latschen mir den Rasen kaputt. Das möchte ich nicht, ich kenne euch nicht, geht mir ja aus dem Weg. Runter vom Rasen, ihr *****************.

PREACH.

„Irgendwie sind alle verdammt komisch und ich muss nicht wissen, warum.“ Ist immer noch meine Lieblingstheorie.

Die Vice hat einen verdammt guten Artikel zum Thema “Wo kommt eigentlich Homosexualität her?” und warum ist es eigentlich total wurst, ob es angeboren, natürlich oder sonstwas ist. Eine schöne Gegenposition zur weitverbreiteten Position “Ach Mensch, die armen Schwulen und Lesben, die können es sich ja auch nicht aussuchen, die werden nun mal so geboren.” Grundtenor des Textes ist ein großes Fuck You, dem ich mich sehr gern anschließen mag.

Danke an kaiskais für den Link.

yaaaaaaaaaaaaaasssssssssss, fashion.

Ich habe neulich auf meinem Lieblingsfernsehsender MDR einen Beitrag über Fashionbloggerinnen aus Leipzig gesehen und muss sagen: Ich bin begeistert und empört. Begeistert wie immer von der Qualität der Beiträge, die im MDR laufen und die ich ganz alleine mit meiner GEZ-Gebühr finanziere(*); empört, weil ich nicht im Beitrag vorkam.

Ich meine: Das Thema war Fashionblogs aus Leipzig. Der Schlusssatz war: “Das Prinzip Mädchen funktioniert.” So und jetzt überlegen wir mal, was da falsch gelaufen ist. Ich meine: Wer, wenn nicht ich sollte bei solch einem Beitrag gezeigt werden? Die Leute vor den Fernsehgeräten, die nicht wissen, was ein Blog oder dieses Internet ist, die müssen doch sehen, was ich tue. Die Highlights meines Alltags zu zeigen, ist meiner Meinung nach journalistische Pflicht. Da filmt man mich dann, wie ich vor meinem Kleiderschrank stehe und die Ärmel meiner Pullis und Jäckchen streichle. Man zeigt mich, wie ich an meinem Schreibtisch sitze und mir aus Altglas und billigem Parfüm einen Hut klöppele. Oder man begleitet mich bei einem Shoppingtrip durch meine Lieblingsläden Peek und Papenbreer und Kik. Fertig ist der Beitrag.

Aber neeeeeeeeeeein, die Damen und Herren vom MDR haben ja nichts Besseres zu tun, als gekaufte Schauspielerinnen für ihren Beitrag zu casten, die dann so tun, als würden sie wirklich einen Modeblog führen. Pah! Dass ich nicht lache. (Ich weine.) (Und der letzte Absatz ist komplett gelogen.) (Und die zweite Hälfte des zweiten Absatzes zur Hälfte auch.)

Trotz allem: I Love MDR. And I Love Fashionbloggin’.

(*)Edit: Ein treuer, aufmerksamer Leser, der zugleich bei einem Sender der öffentlich-rechtlichen Anstalten arbeitet, hat mich darauf hingewiesen, dass es den GEZ-Beitrag nicht mehr gibt. Das Ganze heißt ja seit über einem Jahr Haushaltsabgabe. Danke, für den Hinweis!

just hold on, we’re going home

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Krank im Bett liegen, wenn man eigentlich für seine vier anstehenden Prüfungen lernen sollte: unbezahlbar.
Ich stelle mir das Ganze gerade so vor, dass das, was ich inhaltlich behalten muss, wie ein Berg Sand ist, den ich in meinen Händen halten soll. Und mit jedem Nieser fliegt mir das Zeug um die Ohren und mit jedem Husten wackle ich und lasse die Sandkörner durch meine Finger rieseln. Und mit jedem Schnäuzer rinnt mir meine gute Note durch die Finger. Ganz ohne RIeselhilfe. Riesel riesel.IMG_0106

Der Rundfunk ist sowas von staatsfern organisiert

Ich habe neulich mein Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft in Leipzig abgeschlossen und hatte die große Ehre, bei der feierlichen Zeugnisübergabe den warmen Worten von Michael Sagurna zu lauschen. Es war eine “Festrede”, die man auch auf einem CDU-Parteitag hätte halten können: Frau Merkel hätte Recht, wenn sie sagt, dass das Internet für uns alle Neuland sei (#neuland, Anmerkung der Redaktion), YouTube vielleicht etwas mehr wie das Fernsehen reguliert werden solle und der deutsche Rundfunk aus gutem Grund staatsfern sei. “Staatsfern” sagt der Mann, der Präsident des Medienrates der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) ist, der sein CDU-Parteibuch in jedem Satz seiner Rede metaphorisch wedelt, der für die CDU Wahlkampf machte und unter dem sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (ebenfalls CDU, wer hätte das gedacht?) Regierungssprecher war. Ein dreifach Hoch auf unabhängige Medien, staatsfern – hurra! Staatsfern – hurra! Staatsfernsehen – hurra!

PS: Ich bin auch nicht der Einzige, der das Ganze so sieht:

Zwischen den Fronten

Auf der ständigen Hin- und Herreise zwischen Leipzig und Chemnitz entdecke ich derzeit immer wieder neue Seiten an beiden Städen. Ich wusste bis neulich nicht, dass in Leipzig das Völkerschlachtdenkmal steht oder man auf der sogenannten “Karli” spazieren kann – das ist wohl kurz für “KAlligraphie, Revolution (friedliche ~) und LIebe”. Verrückt, diese Leipziger. Und weil sie diese Straße so lieben, bekommt sie derzeit ein frisches, tiefenreinigendes Peeling.

Chemnitz hingegen ist die jüngste Stadt Europas, der Altersdurchschnitt beträgt hier, wenn man die StudentInnen nicht mit einberechnet, 22,6 Jahre. Zum Vergleich: Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 44,2 Jahren. Desweiteren hat Chemnitz eine rege Open-Air, Festival, Club- und Partykultur. Davon kann Leipzig nur träumen.

Wer genau aufgepasst hat, der hat den Fehler in diesem Text gefunden. Das Völkerschlachtdenkmal steht natürlich nicht in Leipzig sondern im wunderschönen Braunschweig an der Saale.

mama, there’s wolves in the house

Sonntag Abend und die krasse Bloggercrew, bestehend aus Annabelle sagt und kaiskais und meiner krassen Bloggerwenigkeit, sitzen in der Nato. Absolute Ausgehempfehlung. (Und wir müssen es wissen, wir gehen wirklich oft essen.) Die naTo ist dann auch die Top-Anlaufstelle für uns, hier ist es warm, gemütlich und köstlich. Die Bedienung hat das beste Gedächtnis und ist dazu auch noch sehr nett. Dass es sowas noch gibt…

Musikalische Untermalung: Wolves – Phosphorescent. Das Essen wird mit jedem Besuch immer besser und die Nudeln machen für wenig Geld sehr gut satt. Wir läuten die nächste Woche ein und freuen uns auf erste Arbeitstage, Eisenbahnen, die nicht durch Täler fahren und Zeugnisübergaben.

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They’re tearing up holes in the house
They’re tearing their claws in the ground
They’re staring with blood in their mouths
Mama they won’t let me out

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Für diesen Artikel wurde ich nicht bezahlt. Die naTo hat mir lediglich köstliches Essen zur Verfügung gestellt. Das ich selbst bezahlt habe. Mit meinem eigenen Geld. Jahaha.